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Schwaches Konsumklima wirkt auf den Absatz im ersten Halbjahr:
Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG mit 11,2 Prozent-Absatzrückgang

Bad Überkingen, 20. August 2009 – Der wirtschaftliche Verlauf des 1. Halbjahres 2009 der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG verlief unter den Erwartungen. Die schwache Konjunkturentwicklung hat im Konsumgüterbereich und insbesondere auch im Mineralwasser- und Getränkemarkt zu einer gestiegenen Preissensibilität sowohl bei den Handelskunden als auch bei den Endkonsumenten geführt. Davon profitieren insbesondere das Discount- und Billigangebot. Zudem beeinträchtigte die verhaltene Witterung in den umsatzrelevanten Monaten Mai und Juni den Absatz. Laut den Daten des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) ging im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr der Absatz von Mineral- und Heilwasser um 5,8 Prozent zurück, bei den Süßgetränken sogar um 9,3 Prozent.
 
Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG konnte sich im Berichtszeitraum nicht den Einflußfaktoren des wirtschaftlichen Umfeldes und der Branchenentwicklung entziehen. Der Konzernabsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent. In diesem Rückgang ist die zu Beginn des Jahres eingestellte Produktion des Standorts Beinstein erstmalig enthalten. Die hochpreisige Premiummarke Staatl. Fachingen profitierte von der starken Markenbindung und gab mit einem Mengenrückgang von 6,6 Prozent deutlich weniger nach. Der Absatz der Fruchtsaftgruppe sank ebenfalls um 8,0 Prozent. Bedingt durch die erhöhte Preissensibilität im Gesamtmarkt und einen veränderten Produktmix ging der Konzernumsatz um 15,1 Prozent auf 84,2 Mio. € (Vorjahr: 99,1 Mio. €) zurück.

Restrukturierung und intensives Kostenmanagement

Die im vergangenen Jahr begonnene Neuausrichtung der gesamten Unternehmensstruktur
wurde – unter Berücksichtigung der zusätzlichen Standorte des Fruchtsaftbereichs – im Berichtszeitraum fortgeführt. Strukturen wurden bereits bzw. werden weiter gestrafft. Nach der Schließung der Produktion am Standort Beinstein zum Jahresende 2008 wurde die Logistik vor Ort zum Ende des ersten Quartals 2009 ebenfalls eingestellt. Das Gelände soll im laufenden Jahr verwertet werden. Für den Standort Bad Imnau wird im Laufe des Jahres eine Veräußerung angestrebt. Aktuell finden Gespräche mit Investoren für eine Fortführung des Standorts unter neuer Führung statt. Zudem werden Optionen für weitere Standortveränderungen geprüft.
 
Auf der Kostenseite wirkten sich der Mengenrückgang, neu verhandelte Einkaufskonditionen sowie etwas moderatere Energiepreise in einem Rückgang der Material-, Energie- und Rohstoffkosten aus. Insgesamt sank der Materialaufwand um 18,8 Prozent. Die Personalkosten sanken – bedingt durch die Restrukturierungsmaßnahmen – um insgesamt 13,7 Prozent. Im Durchschnitt beschäftigt der Konzern 846 Mitarbeiter (Vorjahr: 954 Mitarbeiter). Zudem gingen im Berichtsjahr die Abschreibungen um 8,0 Prozent zurück. Auf nahezu unverändertem Niveau blieben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Dies begründet sich aus den laufenden Restrukturierungsmaßnahmen, den Standortschließungen, periodenfremden Vertriebsaufwendungen sowie dem unveränderten Aufwand in die Marktbearbeitung.

Konzernergebnis im Berichtszeitraum rückläufig

Die Maßnahmen zur Kostensenkungen konnten den Absatz- und Umsatzrückgang nur zum Teil kompensieren. Im Vergleich zum Vorjahr führte dies insgesamt zu einem gesunkenen operativen Ergebnis. Das EBITDA beläuft sich im Berichtszeitraum auf 5,7 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €). Die EBITDA-Rendite beträgt 6,7 Prozent (Vorjahr: 7,1 Prozent). Im EBIT mit -3,8 Mio. € (Vorjahr: -3,2 Mio. €) wirken die erläuterten Mengen- und Preisrückgänge.
 
Das Konzernergebnis wird im Berichtszeitraum durch einen deutlichen Rückgang der Finanzerträge belastet. Gleichzeitig sanken auch die Finanzaufwendungen. Insgesamt sank das Finanzergebnis des Konzerns auf -0,9 Mio. € (Vorjahr: -0,6 Mio. €). Das Konzernergebnis vor Steuern betrug im Berichtszeitraum -4,7 Mio. € (Vorjahr: -3,8 €). Das Konzernergebnis nach Steuern betrug -4,6 Mio. € (Vorjahr: -1,6 Mio. €). Bezogen auf die Aktien beträgt zum Halbjahr das Ergebnis je Stammaktie -0,56 € (Vorjahr: -0,21 €) und je Vorzugsaktie -0,45 € (Vorjahr: -0,10 €).

Eigenkapitalquote von 27,2 Prozent und weiterhin gute Liquiditätssituation

Die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Investitionen in moderne Abfülltechnologien und die Akquisition der Fruchtsaftgruppe hat zu einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geführt. Somit waren im Berichtszeitraum lediglich geringfügige Ersatzinvestitionen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 10,0 Mio. €) notwendig. Der Cashflow belief sich im Berichtszeitraum auf 5,6 Mio. € (Vorjahr: 12,4 Mio. €). In die Cashflow-Berechnung fließen das Jahresergebnis, die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie die Veränderung der langfristigen Rückstellungen ein. Die zum Stichtag ausgewiesene Netto-Liquidität des Konzerns beläuft sich auf -47,6 Mio. € (Vorjahr: -54,7 Mio. €). Darin sind u. a. die Mittel für die Akquisition der Tucano-Fruchtsaftgruppe enthalten. Gleichzeitig wurden die langfristigen Finanzschulden planmäßig im ersten Halbjahr um 2,0 Mio. € (8,3 Prozent) zurückgeführt. Zwar sind durch die Entwicklung an den Kapitalmärkten die Vermögenswerte der Finanzanlagen leicht zurückgegangen, bieten aber dem Konzern (weiterhin einen finanziellen Handlungsspielraum. Die Eigenkapitalquote ging auf 27,2 Prozent (Vorjahr: 32,5 Prozent) zurück, liegt aber weiterhin auf gutem Niveau.

Ausblick 2009

Im laufenden Jahr werden die Billig- und Discountanbieter verstärkt von der unsicheren Wirtschaftslage und der zurückhaltenden Konsumneigung profitieren. Insbesondere in den letzten Wochen haben die relevanten Handelsketten durch intensive Preissenkungen im Getränkesegment die Wettbewerbssituation verschärft. Es wird erwartet, dass temporär sowohl im Bereich der traditionellen Mineralwässer (Classic, Medium, Naturell) als auch bei den Fruchtsäften das Absatzvolumen im Konzern leicht zurückgeht. Bei den Produkten mit Geschmacksvarianten, Zusatznutzen oder Mehrwert wie z.B. Bio sowie milden Säften sind die Qualitätskriterien unmittelbar erkennbar und bleiben kaufentscheidend. So ist davon auszugehen, dass starke Marken von ihren Innovationen profitieren und es gelingt, diese wertorientierte Positionierung auch auf die traditionellen Produkte zu reflektieren. Aus heutiger Sicht wird – auf Grund des bisherigen Jahresverlaufs – für 2009 ein Absatz- und Umsatzrückgang erwartet und sich das operative Ergebnis verschlechtern. Insgesamt befindet sich der Konzern weiterhin in einem Übergang, in dem Strukturen verändert werden. Das Unternehmen geht bei einem positiven Verlauf der Restrukturierungsmaßnahmen davon aus, dass diese bereits in 2009 zu deutlichen Impulsen auf das Unternehmensergebnis führen.

 
Kennzahlen des 1. Halbjahres 2009
Konzern
Kennzahlen in Mio € 1. Hj. 2009 1. Hj. 2008
Umsatz *84,2 99,1
Beschäftigte (Ø Anzahl) 846 954
Personalaufwand 19,9 23,1
Materialaufwand 37,3 46,0
Investitionen 2,1 10,0
EBITDA 5,7 7,1
EBITDA-Rendite 6,7 % 7,1 %
Abschreibungen 9,5 10,3
Sonstiger betriebl. Aufwand 24,7 24,6
Betriebliches Ergebnis (EBIT) -3,8 -3,2
Finanzergebnis -0,9 -0,6
Konzernergebnis -4,6 -1,6
*ohne den geschlossenen Standort Beinstein
Der vollständige Zwischenbericht 1. Halbjahr 2009 steht als Download in der Rubrik "Investor Relations" unter www.mineralbrunnen-ag.de/ir zur Verfügung.

Kontakt

Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG
Dr. Birgit Eschenbruch
Leiterin Unternehmens-PR/Kommunikation
Tel. (07331) 201 310
E-Mail: birgit.eschenbruch@minag.de

 


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